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Katzengesundheit

Wichtig für die Gesundheit einer Katze sind ein ausgeglichenes, artgerechtes Zuhause, viel Zuwendung und eine gesunde Ernährung. Trotzdem können Katzen gesundheitliche Probleme entwickeln.

Krankheitszeichen der Katze

Katzen können Krankheiten und Schmerzen sehr lange sehr erfolgreich verbergen. Häufige Krankheitsanzeichen bei Katzen sind:

  • verminderte Aktivität, vergrößertes Ruhebedürfnis
  • Fressunlust
  • Ausfluss aus Nase und/oder Augen
  • Vorfall der Nickhaut (drittes Augenlid)
  • Durchfall, Erbrechen
  • so genannte Schmerzhaltung: bei sehr starkem Unwohlsein hockt die Katze scheinbar teilnahmslos da und starrt vor sich hin
  • hecheln, speicheln

Katzenschnupfen Chronischer KatzenschnupfenKatzenseucheLeukoseFIPFIVTollwutParasitenHaarbälleKrallenpflegeZahnstein

 


Katzenschnupfen

Der Name ist irreführend, denn die Erkrankung ist nicht mit menschlichem Schnupfen zu vergleichen. Verschiedene Viren und Bakterien, unter anderem Herpesviren, sind für diese Krankheit verantwortlich.

Übertragung
Durch Tröpfcheninfektion (Nasensekret, Speichel)

Krankheitsverlauf
Ca. 4-6 Tage nach der Infektion tränende Augen, Speichelfluss, zuerst wässriger dann eitriger Nasenausfluss und Fieber. Die Katze frisst nicht, weil die Mundschleimhaut gereizt ist und weil sie kaum noch etwas riechen kann. Die Krankheitsdauer beträgt durchschnittlich 10 Tage, sie kann jedoch bei immunschwachen und jungen Tieren in eine chronische Erkrankung übergehen, vor allem wenn Herpesviren am Schnupfenkomplex beteiligt sind.

Behandlung
Antibiotika gegen die Bakterien, homöopathische Unterstützung der körpereigenen Abwehr gegen die Viren. Augensalbe bei starkem Augenausfluss, da sonst die Hornhaut beschädigt werden kann. Wenn die Katze nicht frisst und trinkt muss sie künstlich ernährt werden.

Vorbeugung
Impfung, diese bietet zwar keinen 100%igen Schutz, ist aber wichtig

Chronischer Katzenschnupfen

Beim so genannten "Katzenschnupfen" handelt es sich um eine Komplexerkrankung, ähnlich den Grippeerkrankungen beim Menschen. Außer den Haupterregern wie Herpes-, Calici- und Panleukopenieviren beteiligen sich sekundär auch diverse Bakterien.

Werden gesunde Katzen richtig grundimmunisiert, haben sie einen relativ guten, jedoch nicht 100%igen Schutz, da es ziemlich viele Erreger mit unterschiedlichen Stämmen gibt. Kommt eine erkrankte Katze in den Haushalt, entsteht ein hoher Infektionsdruck, oftmals in Verbindung mit Stress, was eine Ansteckung erleichtert. Gerade "Bauernhofkatzen" sind häufig chronisch an Katzenschnupfen erkrankt und infizieren von Anfang an ihre Welpen. Überstehen die Katzenwelpen die ersten Lebensmonate, so verläuft die Erkrankung meist chronisch mit mehr oder weniger starken Schüben.

Zur Bekämpfung des Katzenschnupfens gibt es diverse Möglichkeiten:
Klinisch gesunde Welpen ab der 8. Lebenswoche kann man zur Grundimmunisierung impfen (2 x im Abstand von ca. 4 Wochen). Steckt sich die Katze in der Zeit bis sich ein körpereigener Schutz aufbaut nicht an, hat sie gute Aussichten, zumindest nicht stark am Katzenschnupfen zu erkranken.

Sind die Kätzchen schon erkrankt, bevor sie geimpft werden können, kann man versuchen mit Injektionen von Antikörpern (Feliserin) gegen Panleukopenie- u. Caliciviren direkt gegen beteiligte Viren vorzugehen. Kommt es zu eitrigen Sekundärinfektionen, ist eine Antibiose angebracht.

Eine andere Behandlungsschiene wäre, das körpereigene Immunsystem anzuregen, in der Hoffnung, dass der Patient mit den Erregern fertig wird.

Kostengünstig, aber auch sehr fragwürdig, was die Wirkung anbelangt, wären pflanzliche Präparate wie z.B. Echinacinprodukte.

Teilweise gute Erfolge gibt es mit Paraimmunitätsinducern wie Zylexis/Baypamune oder Interferon. Es gibt verschiedene Behandlungsschemata, z.B. mehrmalige Injektionen oder aus den Präparaten zubereitete Nasen- bzw. Augentropfen. Die Erfolge sind oft sehr gut, die Behandlung ist aber verhältnismäßig teuer.

In bestimmten Fällen ist die Sachlage anders: dann haben die Katzen zwar Symptome der Katzenschnupfenerkrankung, sind aber ansonsten munter. Dann besteht nämlich die Infektion schon zu lange, bzw. von Kindheit an, und das körpereigene Immunsystem betrachtet die Erreger nicht mehr als Feinde und unternimmt nichts mehr gegen sie. Solche Tiere laufen als so genannte chronische "Virusmutterschiffe" durch die Gegend, haben selbst so gut wie keine ernsthaften Probleme, können andere Katzen aber infizieren.

Typische Zeichen sind: Fehlen einer Fieberreaktion, normaler Appetit und Bewegungsdrang. Äußerliche Symptome sind meist tränende Augen, Rotz, Niesen und manchmal Speichelfluss wegen Geschwüren auf der Zunge. Schubweise, v.a. bei nasskaltem Wetter, kommt es zur bakteriellen Besiedelung der Schleimhäute, was zu eitrigem Ausfluss führt. Bei diesen Patienten kann man meist nur bei Bedarf die Sekundärinfektionen mit Antibiotika zurückdrängen. Eine Anregung des Immunsystems bringt hier außer hohen Kosten i. d. R. keine Linderung, da das Immunsystem die Erreger gar nicht mehr als krankmachend erkennt und folglich auch nicht angreift.

Katzenseuche (Panleukopenie, Parvovirose)

Der Erreger der Katzenseuche ist ein Parvovirus, der gegenüber äußeren Einflüssen extrem widerstandsfähig ist. Er überlebt Monate bis Jahre bei Zimmertemperatur und ist gegen die meisten üblichen Desinfektionsmittel unempfindlich. Die Todesfallrate bei der Katzenseuche ist sehr hoch. Ohne Intensivtherapie bestehen kaum Überlebenschancen. 

Krankheitsverlauf
Die Erkrankung kann so rasant verlaufen, dass die - meist jungen - Katzen innerhalb von wenigen Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingehen. Typische erste Krankheitsanzeichen: Verweigerung der Nahrungsaufnahme, Teilnahmslosigkeit und allgemeine Unlust, hohes Fieber (40 - 41 °), mehr oder weniger starkes Erbrechen, allenfalls Durchfall. Tierärztliche Hilfe ist dringend notwendig. Dem Erbrechen und Durchfall folgt nämlich eine lebensbedrohliche Austrocknung, die nicht mehr durch Flüssigkeitsaufnahme allein kompensiert werden kann.

Vorbeugung
Schutzimpfung

Leukose

Bei einer Leukose handelt es sich ganz allgemein um einen bösartigen Tumor von Blutzellen. Die häufigste Ursache für leukotische Tumoren ist bei der Katze die Infektion mit dem felinen Leukämievirus (FeLV). Wie bei allen Tieren gibt es aber auch bei der Katze Leukoseformen, bei denen eine Ursache nicht zu ermitteln ist. 

Übertragung
Über alle Körpersekrete, am häufigsten über Speichel (Futternäpfe, Bisswunden, Deckakt). Am empfänglichsten sind Jungkatzen unter 16 Wochen. Ältere Tiere können aber bei hohem Infektionsdruck, das heißt bei vielen Leukose-positiven Katzen in ihrem Revier angesteckt werden. 

Krankheitsverlauf
Bei den klinischen Symptomen muss zwischen primären, das heißt durch das Leukosevirus verursachten, und sekundären, sprich Folgen der Erkrankung unterschieden werden.

Primär kommt es zu Veränderungen in den Organsystemen, in denen sich das Virus gut vermehrt. Dies ist v. a. das Knochenmark, die Lymphknoten und die Milz. Bei jungen Katzen kommt es zu Fibrosarkomen, das sind bösartige Tumoren des Bindegewebes. Auch neurologische (nervale) Symptome und Fertilitätsstörungen (nicht aufnehmen nach Decken, Abortus, etc.) treten auf.

Sekundäre Erkrankungen sind Folgen einer Schwächung des Immunsystems und erschweren oft die sofortige Diagnose bzw. Therapie. Es wird angenommen, dass in Mitteleuropa zwischen 50 - 80 % der Katzenpopulation in Kontakt mit dem Virus kommt, von denen sich etwa 70 % infizieren.

Behandlung
Eine Therapie die zur sicheren Heilung der Leukose führt gibt es nicht. Mittels verschiedener Medikamente, welche ähnlich sind wie jene bei an Aids erkrankten Menschen kann ein Ausbruch der Erkrankung verzögert werden.

Vorbeugung
Sicher geschützt vor Leukose sind Katzen nur, wenn sie geimpft werden bevor sie je Kontakt mit einem Leukosevirus hatten. Deshalb sollte jede frei laufende Katze auch gegen Leukose geimpft werden. Für Katzen die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden und auch nicht in eine Tierpension oder Tierheim gegeben werden, besteht keine Infektionsgefahr.

FIP (Infektiöse Bauchwassersucht)

Die feline infektiöse Peritonitis (kurz FIP) ist eine immer tödlich verlaufende Viruserkrankung der Katze, die durch ein Coronavirus hervorgerufen wird.

Übertragung
Durch den direkten oder indirekten (Näpfe, Katzenklos) Kontakt mit Kot oder Speichel infizierter Tiere. Nicht alle infizierten Tiere erkranken dann auch, das hängt von verschiedenen Faktoren wie Anzahl der aufgenommenen Viren oder Konstitution des Tieres ab. Besonders gefährdet sind daher freilaufende Katzen und solche, die in Gruppen gehalten werden. Der Ausbruch der Krankheit kann längere Zeit nach der Infektion erfolgen, manchmal ausgelöst durch Stress.

Krankheitsverlauf
Es gibt eine feuchte und eine trockene Form von FIP. In ca. 95% der Fälle kommt es zu der feuchten Form, bei der der Bauchumfang der Katze durch Flüssigkeitsansammlung stark zunimmt. Die Katze frisst nicht, hat Fieber und magert schnell ab. Die trockene Form hat unspezifische Symptome wie knotige Veränderungen an verschiedenen Organen, besonders an Leber, Niere und Milz; Fieberschübe; Gleichgewichtsstörungen, Nickhautvorfälle, Veränderungen an Hornhaut und Netzhaut sowie Lähmungen oder Krämpfe. Nach 1 - 12 Wochen Krankheitsdauer kommt es zum Tod.

FIP ist durch einen Antikörpernachweis nicht eindeutig zu diagnostizieren, es müssen verschiedene Bluttests durchgeführt werden.

Vorbeugung
Es wird eine Impfung angeboten, bei der ein Lebendimpfstoff in die Nase geträufelt wird und dort eine Blockade für eindringende Viren bildet. Diese Impfung ist aber kein 100%iger Schutz und wird zur Zeit nur für jüngere, corona-negative Tiere angeraten, die in Gruppen gehalten werden sollen (z.B. bei einem Züchter).

FIV (Katzenaids)

Das feline Immunschwäche-Virus (FIV) ist mit dem HIV des Menschen verwandt. FIV ist aber nicht auf Menschen übertragbar. Wie bei HIV vergehen auch bei FIV oft viele Jahre nach der Ansteckung, bis die Krankheit ausbricht.

Übertragung
Von Tier zu Tier durch Bisse, beim Deckakt (noch nicht ganz geklärt aber wahrscheinlich) und von der trächtigen Katze über die Plazenta oder Muttermilch an die Welpen. Besonders gefährdet sind freilaufende Katzen, die oft in Kämpfe verwickelt sind.

Krankheitsverlauf
Das Virus befällt das Lymphsystem und schwächt die Immunabwehr. Krankheitsanzeichen sind z.B. Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen sowie bakterielle Infektionen von Haut, Harnblase und Atmungsapparat. Häufig treten Durchfall oder zentralnervöse Störungen auf, später dann tumoröse Lymphknotenveränderungen und Nierenversagen.

Behandlung
Das Virus kann anhand von Antikörpern im Blut der Katze nachgewiesen werden. Es gibt keine wirksame Behandlung für diese Krankheit, man kann nur versuchen, das Immunsystem zu stärken. 

Vorbeugung
Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

Tollwut

Die Tollwut ist eine virusbedingte Infektionskrankheit, die durch den Speichel infizierter Tiere, in der Regel durch Biss oder Kratzen übertragen wird. Intakte Haut kann vom Tollwut-Virus nicht durchdrungen werden. Leider kann Tollwut auch auf den Menschen übertragen werden. Nahezu alle Säugetiere und auch Vögel können an der Tollwut erkranken. Sie wird vornehmlich durch Fleischfresser übertragen, an erster Stelle steht der Fuchs. Tollwut ist anzeigepflichtig. 

Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit beträgt zwischen acht Tagen und zwei Monaten, kann aber auch länger sein. Infizierte Tiere werden nervös und scheu, haben Schluckbeschwerden und vermehrten Speichelfluss. Im weiteren Verlauf der Krankheit werden die Tiere aggressiv, beißen und schnappen nach Artgenossen und Menschen. Kurz vor ihrem Tod, der nach kurzem Krankheitsverlauf folgt, treten hochgradige Lähmungserscheinungen auf. Eine Behandlung ist nicht möglich.

Vorbeugung
Wenn Ihre Katze Freilauf hat, muss sie unbedingt gegen Tollwut geimpft werden. Weiterhin sollte man auch bedenken, dass wenn Tollwut z.B. bei einem Tier in einer Katzenpension festgestellt wird, alle nicht geimpften Tiere dort eingeschläfert werden müssen.

Parasiten

Flöhe
Durch Kontakt mit anderen befallenen Tieren können Katzen von Katzenflöhen (Ctenocephalides felis) befallen werden. Die Katze kratzt und leckt sich dann häufig. Es kann vorkommen, dass sie sich blutig kratzt (z.B. am Hals) oder das Fell am Bauch wegleckt. Katzenwelpen mit starkem Flohbefall sind durch den Blutverlust durch Flohbisse akut gefährdet.

Man kann leicht selbst feststellen, ob eine Katze Flöhe hat: man nehme die Katze und stelle sie auf eine weiße Unterlage (Badewanne, weißes Handtuch, etc.). Nun kämme man das Fell gründlich durch, vor allem am Hals und am Bauch. Wenn jetzt kleine schwarze Pünktchen auf die weiße Unterlage fallen, dann ist das Flohkot. Man kann es prüfen, indem man die Pünktchen mit Wasser befeuchtet - sie verfärben sich rötlich, denn Flöhe ernähren sich ja von Blut.

Wenn Flohbefall festgestellt wird, hilft meist nur die "chemische Keule". Beim Tierarzt bekommt man ein Mittel, das man der Katze in den Nacken träufelt (sogenannte Spot-On-Präparate). Dies hilft schnell. Gleichzeitig sollte man die Hauptliegeplätze der Katze behandeln, entweder mit einem Spray oder mit Waschen der Decken bei 95° und täglichem gründlichem Staubsaugen für mehrere Wochen (Staubsauger ebenfalls behandeln). Rund 90 Prozent der erwachsenen Flöhe und ihrer Brut halten sich in Bodenritzen, Teppichen und je nach Erziehungsprinzip auch in den Betten der Tierbesitzer auf. Werden sie dort nicht zuverlässig ausgerottet, kommt es zu ständigem Neubefall. Die Flohbekämpfung ist nach ca. 2 Wochen zu wiederholen. Außerdem sollte nach erfolgreicher Flohbekämpfung auch entwurmt werden, denn der Floh ist ein Zwischenwirt des Bandwurmes.

Würmer
Katzen infizieren sich mit Würmern, indem sie Tiere mit verkapselten Wurmlarven im Körper fressen (z.B. Flöhe). Am häufigsten werden Katzen vom Bandwurm oder Spulwurm befallen. Der Besitzer merkt es dann, wenn er Bandwurmglieder (treten aus dem After aus) oder ganze Spulwürmer (werden oft ausgebrochen oder ausgeniest) zu sehen bekommt. Eine Wurmkur in Form einer Tablette oder Spritze schafft schnell Abhilfe.

Auch Wohnungskatzen können Würmer bekommen. Fast jede Katze bekommt während der Schwangerschaft u. während der Säugeperiode von ihrer Mutter Spulwurmlarven übertragen. Diese siedeln sich in der Muskulatur an. Dort schädigen sie nicht, sind auch mit keinem Mittel behandelbar.

Aus der Muskulatur wandern lebenslänglich schubweise Larven aus
a) in die Milchdrüse u. Gebärmutter bei trächtigen Kätzinnen um die Welpen zu infizieren.
b) in den Verdauungstrakt um Blut zu saugen und sich zu vermehren. Von dort werden sie und auch ihre Eier mit dem Kot oder durch Erbrechen ausgeschieden und können durch andere Tiere oder auch Menschen (vor allem Kinder) aufgenommen werden.

Durch diesen Zyklus bedingt, sind auch Wohnungskatzen hin und wieder von Spulwürmern befallen, unabhängig von der Nahrung, die sie aufnehmen. Eine erwachsene, organisch gesunde Katze wird durch Wurmbefall nicht erkranken; für den Fall aber, dass die Katze durch eine andere Krankheit geschwächt ist, geben die Würmer als "Trittbrettfahrer" noch zusätzlich "eins drauf".

Es gibt leider keine Wurmkur, die eine anhaltende Wirkung hat. Man kann immer nur das behandeln, was sich momentan im Verdauungstrakt befindet. Über die Häufigkeit kann man sich streiten. Bei Krabbelkindern im Haushalt sollte man lieber mal öfter entwurmen. Die Entwurmungsmittel sind durchweg gut verträglich. Bei starkem Wurmbefall kann es mal zu Erbrechen od. Durchfall kommen, denn jeder abgetöteter Wurm hinterlässt eine kleine Verletzung an der Schleimhaut.

Bandwürmer sind obligat zweiwirtig, d. h. die Katze muss entweder eine Maus oder einen Floh mit einer Bandwurmfinne aufnehmen um dann möglicherweise nach ca. 14 Tagen einen Bandwurm zu bekommen. Bandwurmglieder wandern aktiv aus dem After aus. Falls man das sieht (bei reinen Wohnungskatzen selten), sollte man mit einem geeignetem Mittel entwurmen.

Ohrmilben
Diese kleinen Milben, wissenschaftlich Otodectes cynotis genannt, sind eine der verbreitetsten Parasiten der Fleischfresser. Befallen werden meistens der äußere Gehörgang und die innere Ohrmuschel. Vereinzelt findet man die Parasiten auch in Stirn- und Augengegend.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kontakt von Tier zu Tier, auch von Hund zu Katze oder umgekehrt. Symptome sind Kopfschütteln und Kratzen sowie ein schwarzer Belag in der Ohrmuschel, der Gehörgang entzündet sich. Durch Kratzen entstehen dann nässende Ekzeme am Ohrrand, Ohrgrund und Wange sowie Blutergüsse. In schweren Fällen kommt es zum Durchbruch des Trommelfelles, zu Mittelohrentzündung und Taubheit. Beim Tierarzt werden die Ohren gereinigt und anschließend mit Salbe oder Lotion behandelt. Diese Medikamente enthalten einen Wirkstoff, der die Milben abtötet, den Juckreiz mildert und die Heilung fördert. Eine mehrfache Anwendung sollte über mehrere Tage erfolgen.

Haarbälle

Beim Putzen nehmen Katzen Haare auf, je nachdem wie sehr sie haaren mal mehr und mal weniger. Diese Haare können sich im Magen zu Haarbällen verbinden, die dann ausgewürgt werden. Wird der Haarball zu groß, kann dies zu Problemen führen. Man kann der Katze behilflich sein, in dem man ihr Katzengras anbietet. Alternativ kann man ca. 1x pro Woche Malzpaste geben, die dazu führt, dass die Haare mit dem Stuhl abgehen. Spezielles Futter mit "Hairball Control" oder ähnlichem sollte nicht dauernd gegeben werden, da es die Verweildauer der Nahrung im Darm verkürzt und so auf lange Sicht zu Mangelerscheinungen führen könnte. 

Krallenpflege

Katzenkrallen wachsen ständig nach und werden abgenutzt. Beim Kratzen am Kratzbaum fällt dann eine Art Hülle ab, darunter ist die Kralle frisch, spitz und neu. Nur wenn die Krallen so lang werden, dass es die Katze behindert, muss man die Krallen schneiden (z.B. wenn sie dauernd am Teppich hängen bleiben). Das kann bei Wohnungskatzen, älteren und/oder wenig aktiven Katzen passieren. Viele Katzen lassen es freiwillig mit sich machen, aber nicht alle.

Das Krallenschneiden ist KEINE Tierquälerei. Die Kralle bleibt ja da, nur das überschüssige wird abgeschnitten (vergleichbar mit dem Nägelschneiden beim Menschen). Das operative Krallenentfernen (wie z.B. in den USA häufig praktiziert) ist meiner Ansicht nach Tierquälerei.

Falls die Krallen zu lang werden, kann man sie wie gesagt selber schneiden, sollte aber folgendes beachten:

  • am besten beim ersten Mal zum Tierarzt gehen und zeigen lassen, das ist nicht teuer
  • benutzen Sie eine spezielle Krallenschere (im Zoofachhandel, ca. 8 EUR). Wenn man normale Nagelknipser benutzt, splittert die Kralle.
  • halten Sie die Katze auf dem Schoß und nehmen Sie ihre Pfote in eine Hand. Drücken Sie leicht, so dass die Krallen ausgefahren werden. Schauen Sie die Kralle an, Sie sehen einen dunkleren Bereich, das ist ein Blutgefäß, das Sie auf keinen Fall verletzen sollen. Schneiden Sie nun mit der Krallenschere die Krallenspitze ab. Nicht zu viel, ca. 2-5 mm, je nach Krallenlänge
  • damit es besser geht nehmen Sie Katze vorher auf den Schoß, solange bis sie eingeschlafen ist
  • machen Sie nicht alle 4 Pfoten auf einmal, hören Sie auf, wenn die Katze genervt ist

Zahnstein

Zahnstein entsteht, wenn sich Zahnbelag auf den Zähnen ablagert und verhärtet. Nicht bei allen Katzen muss eine Zahnsteinbehandlung durchgeführt werden, wenn die Katze nicht zu Zahnstein neigt ist es unnötig. Man kann Zahnstein vorbeugen, indem man der Katze die Zähne putzt (das lassen aber nicht alle mit sich machen), in begrenztem Maße auch mit bestimmtem Futter (z.B. große fleischstücke oder spezielles Trockenfutter). Vorhandener starker Zahnstein sollte vom Tierarzt unter Vollnarkose entfernt werden, was ca. 60-100 EUR kostet.

Folgen unbehandelten Zahnsteins sind Zahnfleischentzündungen, Schäden der Zähne bis zum Zahnausfall, Magen/Darm-Beschwerden wenn Zahnfleisch stark entzündet/vereitert ist sowie ein allgemein schlechter Gesundheitszustand, da die Katze ungern frisst und sich schlecht fühlt.

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